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Die von Menschen geschaffene Landschaft

Der Vega Archipel ist eine offene Kulturlandschaft mit über 6 500 Inseln, Holmen und Schären. Fischer und Jäger haben in dem Gebiet über mehr als 10 000 Jahre hinweg Fische gefangen und gejagt. Als man vor rund 1 500 Jahren anfing, die flachen Inseln rund um die Hauptinsel Vega zu nutzen, dienten sie zunächst als entlegene Fischersiedlungen – zeitweilige Wohn- und Verarbeitungsstätten für Fischer, Jäger und Sammler. Die große Strandflate mit ihrer reichen Tier- und Pflanzenwelt, lieferte nach und nach einzigartige Rahmenbedingungen für die Besiedlung. Über Generationen hinweg haben die Inselbewohner die Inseln geschützt und zu einer einzigartigen Kulturlandschaft geformt.

Der Vega Archipel ist nicht wegen großer Monumente oder Bauwerke bekannt. Der universelle Wert des Archipels liegt in der Überlieferung von Geschichte und kulturellen Traditionen, die sich an einer rauen Küste mit reichen natürlichen Ressourcen entwickelt haben. Heute erscheint die Insellandschaft als ein lebendiges Zeugnis vom Leben und Wirken der Schärenbewohner entlang einer äußerst rauen Küste. Hier finden wir Fischerdörfer und nahe beim Meer gelegene Bauernhöfe, bei denen die Gebäude sowie Spuren in der Landschaft die Geschichte von den Lebensbedingungen und der Arbeit der Menschen erzählen. Die Natur hat die Menschen geprägt, und in einem einzigartigen Wechselspiel haben die Menschen die Natur geprägt.

In den 60er, 70er und 80er Jahren zogen die Menschen von den Inseln weg. Häuser, Eiderentenarchitektur und Kulturlandschaft verfielen. Der Welterbestatus und der Optimismus der letzten Jahre haben dazu geführt, dass immer mehr Häuser in Stand gesetzt, die Eiderentenarchitektur wiedererrichtet und historischer Kulturboden wieder in Gebrauch genommen wird. Bauern von Vega und den Nachbargemeinden führen heute eine wachsende Zahl von Schafen und Rindern im Welterbegebiet auf die Weide. Heute werden zwischen 50 und 60 Inseln im Welterbegebiet von Rindern, Schafen und Ziegen beweidet. Dies sind hauptsächlich die Inseln im Norden und Westen von Vega. An einzelnen Fischerdörfern wie Hysvær, Søla und Skogsholmen, wird auch Gras gemäht.

Das Zuwachsen aufgrund von fehlender Beweidung und fehlender Mahd stellt die Hauptherausforderung dar. Es muss wieder Aktivität geschaffen und diese aufrechterhalten werden, um die Kulturlandschaft auf den Inseln zu erhalten. Die Stiftung Vegaøyan Verdensarv und die Gemeinde Vega finanzieren gemeinsam die Stelle eines Naturverwalters, um die Arbeiten zur Landschaftspflege zu verfolgen und bis heute wurden Pläne zur Landschaftspflege für etwa 10 Inseln aufgestellt.